„Leider möchte Deine Dame noch ein wenig mehr Zuneigung.“ – Diese neun Worte aus Annas Mund sagten alles. Es ist an der Zeit, etwas an Lucy zu flicken. Nun denn. Aber was und warum?
Eigentlich war „nur“ die Inspektion und noch der Austausch des Kühlers geplant. Eigentlich. Doch Annas WhatsApp liess keinen Zweifel, da ist etwas Gröberes passiert. Mehr, als nur ein Simmering oder andere Dinge für fünf Franken fünfzig. Und in der Tat, Lucy war kurz davor zu ersticken. Das Ventil am Kurbelwellengehäuse war dicht. Lucy konnte nicht mehr atmen. (Nur um es zu sagen: Ich bin Laie und Menschen vom Fach werden sich aufgrund meiner Ausdrucksweise die Haare raufen.)

Aterienverkalkung
Doch wie kam es dazu und warum fiel das bei der Inspektion auf? Die Antwort auf Frage 1: Keine Ahnung, es war halt verschmutzt. Antwort auf Frage 2: Durch einen Zufall.
Denn beim Fahren ist mir nichts aufgefallen. Kein Röcheln oder „Klonk“, nur das permanent übliche Bauchgefühl, das wir alle bei den Land Rovern kennen. Meine Fahrt zur Inspektion war also nur Formsache, dass der lecke Kühler getauscht werden musste, war auch bekannt. Lucy ist ja nun auch schon bald zehn Jahre alt.


Als Anna also den Kühler tauschte, fiel ihr ein Riss im Ladeluftkühler auf. Bei der Demontage stockte ihr der Atmen, denn die Zuleitung zum Turbolader war verschlammt. Also war Öl und was weiss ich was alles in den Schlauch geraten. Entsprechende Schäden wies dann auch das Schaufelrad am Turbolader auf. Ab da lief es ab, wie in der Notaufnahme des örtlichen Spitals: Die Schäden waren klar, die Ursache im verstopften Ventildeckel gefunden und damit war die Behandlung möglich. Los ging’s.
Vorwarnungen
Nachdem die bestellten Teile (Turbo LR042752, Ventildeckel LR058093, Ladeluftschläuche ASH16-BLU) angekommen und montiert waren, konnte Anna die Probefahrten erfolgreich abschliessen und die Rechnung stellen. Der unmittelbare Zusammenbruch des Motors war abgewandt. Lucy schnauft wieder wie gewohnt, nein besser, und das Ansaugen durch den Schnorchel ist nun erfrischend rassig. Der neue Turbolader arbeitet wie ein Schweizer Uhrwerk, nur lauter als zuvor. Alles prima.
Für mich bleibt die Frage: Hätte ich das merken können? Nein, hätte ich nicht. Es wäre erst dann aufgefallen, wenn es zu spät gewesen wäre. Per Zufall und dank richtiger Schlussfolgerungen wurden die Schäden sichtbar und Schlimmeres abgewendet.
Daher, Ihr lieben Lesenden: Passt gut auf! Wartet euren treuen Begleiter regelmässig, damit Schäden frühzeitig erkannt und behoben werden können. Wie beim Menschen auch: je früher eine Krankheit entdeckt wird, desto weniger extrem sind die Folgen.


