Geschichten und Emotionen

Ich schreibe viel über meinen Defender. Warum? Weil es ein hochemotionales Fahrzeug ist. Es löst Emotionen aus, sei es Abscheu bei den einen und Liebe bei den anderen. Da ich keine Lust auf das Negative habe, fokussiere ich auf die Liebe.

Fraternisieren

Wundervoll finde ich immer wieder die Begegnungen mit Fahrern von Jeeps, RAMs oder sonstigen Offroadern. Obwohl alle sehr markentreu sind, so verbindet doch die „Liebe“ zu den Offroadern. So gestattete mir ein Amarok Fahrer, zugleich Verwalter einer Überbauung, in Zeiten höchster Not auf den Anwohnerparkplätzen zu parkieren. Die höchste Not war die Vorweihnachtszeit, in der alle Parkplätze schlicht und ergreifend belegt sind. 

Die Höhe macht den Unterschied zwischen Parkplatz haben oder nicht.

Und da es genügend Ignoranten gibt, die Parkplätze für überhohe Fahrzeuge mit ihren tiefergelegten fahrenden Golftaschen oder Protzschlitten belegen, war nichts für mich und den 2.50m hohen Landy frei. Der Amarok-Fahrer hatte Mitleid mit mir, als ich auf seinem Privatgelände verzweifelt einen Parkplatz suchte, auf dem ich parken durfte. Sein Vater fuhr früher auch einen Landy und er kennt die Parkplatznot mit seinem überlangen Amarok sehr gut. Kurzum: Wir quatschten etwas, dann gingen wir beide einkaufen.

Erinnerungen

„Weisst Du noch, Hilde, damals in Namibia? Da hatten wir auch so einen, aber einen Serie IIa, aber in den Farben und mit Dachzelt.“ Und Hilde wusste es noch und grinste breit. Der ältere Herr, wohl so um die Anfang 80, geriet bei uns vorm Haus ins Schwärmen, erzählte mir von seiner Zeit in Afrika – als Hilde und er noch jung waren und verliebt wie zwei Leoparden (so sagte er). Da waren sie mehrere Jahre in Namibia und fuhren unter anderem einen Serie IIa.

Wann das war, wollte ich wissen. „Ach weisst Du, das weiss ich nicht mehr genau, so Anfang Mitte der 60er Jahre. Ich weiss nur, es war eine tolle Zeit.“ Und schon waren wir per Du – klar, sind ja Landy-Fahrer. Und schon hatten wir für die nächste halbe Stunde ein schönes Thema. Er schaute sich das Auto genau an, wollte sich aber nicht reinsetzen und fahren schon gar nicht. „Mit dem alten Bock hätte ich das gemacht, aber diese neumodischen Kisten – nein, nein.“

Wie gemacht für die Reise.

Begeisterung

Kaum liegt mal Schnee, da fällt das Dachzelt auf dem Landy gleich doppelt auf. So etwa einem wettergegerbten älteren Herrn, der extra die vielbefahrene Strasse überquerte, um mit mir zu reden. Denn er war in den 80er und 90er Jahren auch mit Dachzelt unterwegs. Teils mit einem Patrol LG und schliesslich – oh Wunder – mit einem Defender One Ten.

Er liebte es, doch hatte dann den Defender verkauft und nutzt nun einen VW Bus, „ein altes Modell, nicht so alt wie ich, aber schon mit ordentlich was zum Schrauben…“. Er will es jetzt bequem haben, meint er. Und auf das Dach zu kraxeln und „meine morschen Knochen einfrieren zu lassen, das will ich nicht mehr.“ Liebevoll streichelte er die Abdeckplane des Zeltes, gab mir die Hand und meinte: „Die Unverwüstlichen sterben spät! Lass Dir das gesagt sein. Wir sehen uns.“ Und verschwand im Schneegestöber. 

Unverwüstlich und mit Eiszapfen – die Abdeckplane des Dachzelts Marke Gordigear.

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