Kampf dem Rost

Seit guten sieben Jahren fahre ich meinen Defender TD4, ein in Erfüllung gegangener Bubentraum. Doch wie es bei den Fahrzeugen britischer Ingenieurskunst üblich ist, so haben sie ihre Macken. Eine davon ist der Rost. Es wurde nun Zeit, meine „Lucy“ zu pflegen. Die kleine Serie an Beiträgen soll den Prozess dokumentieren. Die Geschichte ist im Heft 2/2021 des Clubmagazins des Land Rover Clubs LRoS erschienen.

Auslöser für die umfassende Pflege sind im Grunde drei verschiedene Anlässe. Beim ersten geht es um den Vergleich zum TD5, beim zweiten um eine rot «leuchtende» Hecktraverse und beim dritten um einen kleinen feinen Ölfilm auf einer Wasserlache.

Doch der Reihe nach. Vor gut drei Jahren lag Kurt fluchend unter meinem Auto und montierte den Diffschutz an der Vorderachse. Mein Defender TD4 2.2l, Bj 2014, sei in einem schlechteren Zustand, als sein deutlich älterer TD5, schimpfte er. Vermutlich hatte er schon da recht. Denn so einige Stellen erschienen mir bereits nach vier Jahren in Verwendung recht rostig.

Zeig dein Heck

Doch noch war es nicht dramatisch und es ist ja schon wie beim Zahnarzt: Zur Dentalhygiene geht man dann ja doch jährlich (die Inspektion) zum Doc dann selber eher ungern (Werkstatt). Mir schwante ja immer Übles, wenn ich die Werkstatt aufsuchte. Mal meinten sie, dass die Bremsen vorne hinüber seien oder hinten (das bedeutet dann ja auch jeweils gut 1500 CHF an Kosten), mal war es die Halterung vom Schmutzfänger hinten, die von heute auf morgen abfiel (auch wieder Geld), oder die MFK-Vorbereitungen wo ich einfach nur ein doofes Gefühl hatte. 

Also schaut man sich die wirklich wichtigen Dinge dann an, wenn man das nötige Kleingeld hat und auch die Zeit. Meine Planungen beim Clubfreund Buffy den Unterboden zu präparieren, zerschlugen sich in den Vorjahren immer wieder. Entweder ging es bei mir beruflich nicht, oder eine Pandemie verhinderte das Reisen über die Grenze nach Österreich. Also kam das Thema auf die lange Bank. Wir erinnern uns an den Vergleich mit dem Zahnarzt: Erst wenn es schmerzt, dann geht man hin.

Und es fing richtig an zu schmerzen. Nämlich dann, als Heini an der Tour durch das Emmental meine Hecktraverse anschaute. Sie „leuchte“ doch schon arg rot, meinte er. Seinem Kennerblick entgingen die anderen „Schwachstellen“ nicht und sein Rat war klar: Lass das mal lieber machen.

Lucys Hinterteil strahl im schönsten Rostrot. ©Photo von Anna Heinze.

Rotes Eis

Der «finale» Stupser kam dann von Luky auf der Axalp. Wir standen bei den Autos und besprachen die verschiedenen Farben. Mein Keswick Green wurde viel gelobt. Die rote Hecktraverse setzte das Grün vom Rest des Autos auch so richtig schön in Szene – es fehlte nur noch, dass Rost auf das Eis tropfte. Also startete das Fachsimpeln über Rost. Gesagt getan, ich bat Luky ein Angebot zu machen, um meine siebenjährige „Lucy“ zu entrosten und zu konservieren. Eine Behandlung schien mir nun doch schlussendlich die beste Entscheidung zu sein. Und die paar tausend Franken sollte mir mein Auto wohl wert sein.

Das Angebot

Für die Reparatur veranschlagte Luky Kosten zwischen 3’000 bis ca 5’000 CHF. Darin enthalten ist die komplette Demontage unten rum, so dass er an alle neuralgischen Stellen rankommen kann. Dazu die „zärtliche“ Behandlung mit der Nagelpistole und dem anschliessenden lackieren und versiegeln des Chassis, und dessen Hohlräume. Eine Menge Aufwand.

Dass es dabei nicht blieb, das sollte der weitere Verlauf der Geschichte zeigen. Die Bildergalerie gibt Euch schon mal einen groben Eindruck, was so passieren muss.

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